Sparsam und vorausschauend: der Soldatenkönig

Das ganze Gegenteil seines Vaters, Friedrich I, des Schiefen Fritz, war sein Sohn Friedrich Wilhelm I (1688-1740): sparsam, praktisch, soldatisch. Kaum hatte er das Sterbezimmer seines Vaters verlassen, stürzte er sich in drastische Ausgabenkürzungen für die Hofhaltung: die meisten Höflinge wurden entlassen und höfischer Luxus abgeschafft. Friedrich Wilhelm baute auf eine andere Grundlage, um seinem Staat den nötigen Respekt zu verschaffen - den Ausbau eines starken stehenden Heeres. Fast drei Viertel der Staatseinnahmen wurden dafür verwendet, die Truppen zu einer der schlagkräftigsten Armeen Europas zu machen. Er erhielt dafür den Beinamen „der Soldatenkönig“. Überliefert ist der Ausspruch des Grafen Mirabeau: „Die preußische Monarchie ist nicht ein Land, das eine Armee hat, sondern eine Armee, die ein Land hat, in welchem sie gleichsam nur einquartiert steht.“ Kaum zu glauben, dass Friedrich Wilhelm in seiner Amtszeit nur einen einzigen Krieg führte.

Der Soldatenkönig

Nicht nur ein Soldatenkönig

Friedrich Wilhelm I. gilt auch als Schöpfer des preußischen Beamtentums, der sein Land mit einer einheitlichen staatlichen Organisation zentralisierte. Er förderte Handel und Gewerbe, reformierte die Steuern, führte die allgemeine Schulpflicht ein, errichtete die ersten volkswirtschaftlichen Lehrstühle an preußischen Universitäten und siedelte zudem mehr als 17.000 Glaubensflüchtlinge im dünn besiedelten Ostpreußen an. Es ist dem Soldatenkönig zu verdanken, dass Preußen ein wirtschaftlich, finanziell und militärisch gefestigtes Land war, als er 1740 starb.