Schwere Jugend: Friedrich II (der Große)

Als Kronprinz Friedrich 1712 geboren wurde, ahnte noch niemand, dass man ihn später einmal Friedrich den Großen nennen würde. Er war eines von 14 Kindern und erhielt auf Weisung seines Vaters, des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I eine strenge, autoritäre und religiös geprägte Erziehung. Friedrich nahm heimlich Flötenunterricht und forderte so den Konflikt mit seinem ganz auf Militär und Ökonomie ausgerichteten Vater heraus. Brutale körperliche und seelische Züchtigungen durch Friedrich Wilhelm gehörten zu dieser Zeit zur Tagesordnung in der königlichen Familie. Gleichwohl heizte der junge Friedrich diesen Konflikte durch sein betont aufsässiges Verhalten seinem Vater gegenüber immer wieder an. Friedrich suchte die Freundschaft zu Hans Herrmann von Katte. Der Leutnant war einige Jahre älter und fühlte sich ebenso wie Friedrich zur Musik und Dichtkunst hingezogen. Mit 18 überredete Friedrich Katte, nach Frankreich zu fliehen, um dem unerbittlichen Regiment seines Vaters zu entkommen. Doch ihr Fluchtversuch war so dilettantisch geplant, dass er schon in seinen Ansätzen scheiterte. Friedrich wurde in der Festung Küstrin inhaftiert und Katte wegen Desertion zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Der Soldatenkönig, Friedrichs Vater, forderte das Todesurteil für Katte und wegen Verrats auch für seinen eigenen Sohn. Doch Friedrich wurde verschont. Sein Freund Katte hingegen wurde vor seinen Augen hingerichtet. Nach dem Arrest diente Friedrich in der Küstriner Kriegs- und Domänenkammer, wurde dann aber wieder in die Armee aufgenommen. Als er einer Heirat mit der Tochter des Herzogs von Braunschweig zustimmte, war auch der Konflikt mit seinem Vater beigelegt und Friedrich als Kronprinz rehabilitiert. Die Ehe blieb kinderlos. Man sagte Friedrich nach, dass er sich mehr zu Männern hingezogen fühlte... Mit seiner Frau zog er nach Rheinsberg und konnte sich dort, eine halbe Tagesreise entfernt vom Vater, endlich dem Studium der Philosophie, Geschichte und der Poesie widmen.