Friedrich der Große, Teil 2

1740 bestieg Friedrich II nach dem Tod seines Vaters den preußischen Thron. Er schaffte die Folter ab, setzte eine zumindest eingeschränkte Pressefreiheit durch und führte die Politik der religiösen Toleranz und Offenheit gegenüber Einwanderern fort: Der heute noch viel gebrauchte Spruch „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ stammt von ihm.

Im den beiden Schlesischen Krieg eroberte Friedrich II Schlesien und vergrößerte mit den Gebietsgewinnen den preußischen Staat um ein Drittel. Um den gleichen Anteil wuchsen auch die Bevölkerungszahl und die Einnahmen des Staates. Damit rückte Preußen zur europäischen Großmacht auf und wurde zum Rivalen für das Habsburger Reich. Im Siebenjährigen Krieg (1756-63) ging es für Preußen in erster Linie darum, das gerade eroberte Schlesien gegen eine übermächtige Allianz zu verteidigen und sich als Großmacht zu behaupten. Durch zahlreiche Schlachten, aus denen Friedrich als Sieger hervorging, bürgerte sich der Beiname „der Große“ ein - Friedrich galt als unberechenbar und schnell, allerdings nicht als unbesiegbar, wie einige Niederlagen bewiesen. Als die Schlacht bei Kunersdorf für die preußische Armee mit einem Desaster endete, übertrug Friedrich das Kommando an seinen Bruder Heinrich und schrieb:
„Ich habe heute morgen um 11 Uhr den Feind angegriffen. Wir haben sie bis zum Judenkirchhof bei Frankfurt zurückgedrängt. Alle meine Truppen haben Wunder an Tapferkeit vollbracht, aber dieser Kirchhof hat uns ungeheure Verluste gekostet. Unsere Leute gerieten durcheinander, ich habe sie dreimal wieder rangiert, am Ende war ich selber drauf und dran, gefangen zu werden, und musste das Schlachtfeld räumen. Meine Kleidung ist von Kugeln durchlöchert. zwei Pferde wurden mir unter dem Leib erschossen, mein Unglück ist, dass ich noch am Leben bin. Unsere Niederlage ist enorm. Von einer Armee von 48.000 Mann habe ich keine dreitausend mehr. Indem ich dies schreibe, flieht alles, und ich bin nicht mehr Herr meiner Leute. Man wird gut daran tun in Berlin, an seine Sicherheit zu denken. Das ist ein grausamer Rückschlag, ich werde ihn nicht überleben; die Folgen dieses Treffens werden schlimmer sein als das Treffen selbst. Ich habe keine Reserve mehr, und, um nicht zu lügen, ich glaube, dass alles verloren ist. Ich werde den Untergang meines Vaterlandes nicht überleben. Adieu für immer! Friedrich“
Man erwartete die totale Niederlage für Preußen. Aber es trat ein, was Friedrich II selber als das „Mirakel des Hauses Brandenburg“ bezeichnete: Preußens Gegner marschierten nicht auf Berlin, sondern zogen sich nach zwei Wochen Zögern  nach Osten zurück. Preußen war gerettet!
Trotzdem war die Lage Preußens katastrophal, unter anderem waren Ostpreußen, Sachsen und Schlesien in der Hand des Gegners. Erst zwischen 1761 und 1763 waren durch den Tod der russischen Zarin der Frieden mit Russland, die Rückeroberung Schlesiens und Sachsens aus den Händen der Österreicher und schließlich auch der Frieden zwischen Preußen und seinen Gegnern möglich. Die ehemaligen Kriegsgegner vereinbarten die Wiederherstellung des Vorkriegszustandes. Friedrich allerdings war durch Strapazen und persönliche Verluste früh gealtert.
Innenpolititsch setzte er die schrittweise Milderung der Leibeigenschaft durch, ließ Hunderte von Schulen bauen, kümmerte sich um den Landesausbau und ordnete 1756 den sogenannten Kartoffelbefehl an. Preußen annektierte im Zuge der Ersten Teilung Polens Westpreußen und Friedrich II nannte sich nun nicht mehr König in Preußen sondern König von Preußen. Er starb am 17. August 1786 im Schloss Sanssouci in seinem Sessel. Entgegen seinem Wunsch, in einer zu Lebzeiten bereits fertig gestellten Gruft auf der Terrasse von Schloss Sanssouci neben seinen Hunden beerdigt zu werden, ließ ihn sein Nachfolger in der Potsdamer Garnisonskirche neben seinem Vater bestatten. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde Friedrichs Sarg wie bei zu einem Staatsbegräbnis an den von ihm verfügten Platz gebracht, aber wiederum missachtete man das Testament des „Großen“, der nachts im kleinsten Gefolge beim Schein einer Laterne beigesetzt werden wollte.