Die Deutschlandhalle

Gigantisch musste sie sein, das Konzept der vollkommenen Spiele bereichern, die Größe und Bedeutung Deutschlands wiederspiegeln – anders hätte sie in Hitlers Olympische Spiele 1936 nicht gepasst. So wuchs die Deutschlandhalle als damals größte Mehrzweckhalle der Welt aus dem Charlottenburger Boden. Mit ihren 117 Meter Länge, 83 Meter Breite, dem Fassungsvermögen von 10.000 Zuschauern und bis zu 16.000 Menschen bildete sie den perfekten Rahmen für die olympischen Turniere der Ringer, Gewichtheber und Boxer. Große Shows spielten sich danach hinter ihren Mauern ab: „Menschen, Tiere, Sensationen“ genauso wie die Massenveranstaltungen der NSDAP. Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs versank auch die Deutschlandhalle in Schutt und Asche. Nach dem Krieg wiederaufgebaut avancierte sie erneut zum Austragungsort für Show-, Musik- und Sportveranstaltungen: Holiday on Ice, Sechstagerennen, Konzerte der Stones, Jimmy Hendrix und das Bolschoi-Ballett, um nur einige zu nennen. Eines der bewegendsten Festivals fand wenige Tage nach dem Mauerfall 1989 statt: Im „Konzert für Berlin feierten die Puhdies, BAP, Nina Hagen und viele andere bei freiem Eintritt den emotionalen Höhenflug der Wiederbegegnung einer getrennten Nation. 1995 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Trotzdem sollte sie nach einem Beschluss von 1997 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Doch die Stimmung im Senat für oder gegen den Abriss war nicht einheitlich, und so wurde sie nach dreieinhalbjährigem Leerstand für den Eissport wieder zugelassen, einige Jahre später erneut geschlossen und kurz darauf wieder geöffnet. 2008 beschloss der Senat zum zweiten Mal ihren Abriss, dem jetzt die Untere Denkmalbehörde in Charlottenburg widersprach. Der Ausgang dieses in Berlin nicht einmaligen Hin und Hers war lange Zeit offen. Nun ist sie weg!

 

Auf den Spuren der Olympischen Spiele von 1936 können Sie die Deutschlandhalle leider nicht mehr sehen. Aber die Olympischen Spiele von 1936 haben andere Spuren hinterlassen: Auf dem Rad oder mit Ihrem Bus sind wir unterwegs vom Olympiastadion und dem Maifeld zum olympischen Dorf in Elstal und zurück nach Spandau, wo Sie mit dem Rad in die S-Bahn einsteigen können. Auf unserer Stadtführung lernen Sie nicht nur die olympischen Sportstätten kennen, sondern auch die Unterkünfte der männlichen Athleten im ersten massiv gebauten Dorf einer Olympiade mit den Trainigsmöglichkeiten, dem Unterhaltungsprogramm und dem Speisehaus der Nationen. Wir zeigen Ihnen, mit welchem propagandistischen Aufwand Hitler das Großereignis dazu nutzte, seine Pläne zur Vertreibung und Vernichtung der Juden zu vertuschen und der Welt ein großes, friedliebendes und weltoffenes Deutschland zu präsentieren.