Mittelalter und "Berliner Unwillen"

1237 wurde die Stadt Cölln zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ein Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln, 7 Jahre später tauchte auch Berlin in einer Urkunde auf. Die Doppelstadt lag auf einer Insel und am nördlichen Ufer der Spree. 1307 wurde für beide Städte ein gemeinsames Rathaus errichtet. Der Name Berlin leitet sich vermutlich von der slawischen Silbe berl = Sumpf ab. Bereits im 12 Jahrhundert war die Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären gegründet worden, in der die slawischen Siedlungen Spandau und Köpenick lagen, die heute Bezirke von Berlin sind. 1415 wurde Friedrich I. aus dem Haus Hohenzollern Kurfürst der Mark Brandenburg (die Kurfürsten (kur - küren) gehörten zu jener begrenzten Zahl der Reichsfürsten, die das alleinige Recht zur Wahl des römisch-deutschen Königs hatten). Die Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin: als Kurfürsten von Brandenburg, Könige von Preußen und Deutsche Kaiser. Die Berliner waren nicht immer einverstanden mit ihren Kurfürsten. So stritten sie sich im „Berliner Unwillen“ mit Friedrichs Nachfolger Kurfürst Friedrich II (genannt „Eisenzahn“) um die Autonomie der Stadt und die Verpflichtung zur Abgabe von Land. Als Friedrich II sein neues Schloss auf der Spreeinsel errichten ließ, setzten sie die Baugrube unter Wasser. Diese Aktion setzte später im gesamten Reichsgebiet eine Welle fürstlicher Maßnahmen gegen städtische Freiheiten in Gang. Berlin musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben und wurde Residenzstadt der brandenburgischen Kurfürsten.

 

berlin schloss Berliner Schloss um 1685